1. Januar 2009
auf der anderen Baustelle…
Geile, geile Sache! Demoszene ich komme!
Momentan ist bei mir echt die “Zeit der offenen Rechnungen begleichen”. Ich mache direkt in mehrfacher Hinsicht Sachen, die ich immer schonmal im Leben machen wollte und ich bin mir jetzt bereits sicher, dass dies ein geiles Jahr werden wird
Ich sei mit Euch!
Frollein Friede
26. Dezember 2008
Nein. Nicht das Ende der Welt. Ich meine auch nicht das Ende des Jahres. In meiner eingeschränkten Sicht ist das Ende meiner Alltags-Experience [sprich das Nachholen des Abiturs an der Abendschule] in beruhigender Nähe. Ich glaube, niemand, einschließlich mir selbst hat so richtig daran geglaubt, dass ich das schaffen würde. Ich kann mich an einen kurzen Wortwechsel [Gespräch wäre zu hoch gegriffen] mit Storch erinnern, der lässig meinte: “Ach Jan, in einem halben Jahr machste doch eh wieder was anderes.” [sinngemäß zitiert]. Und damit verbalisierte er just das, was ich ebenfalls als Stimme in mir vernahm.
Ich kann selbst kaum glauben, dass es anders kam. Es sind jetzt zweieinhalb Jahre - und ganz sicher nicht die besten zweieinhalb Jahre meines Lebens. Was für andere Menschen vielleicht vollkommen normal und selbstverständlich ist, wie z.B. die regelmäßige Teilnahme an so etwas ähnlichem wie einem halbwegs “geregelten” Alltag, ist für mich - auch nach zweieinhalb Jahren - wie ein Langzeiteinsatz im Feindesland. Selbst jetzt will ich mich noch nicht vollkommen in Sicherheit wiegen. Jeder Tag wiegt unendlich schwer - die Überwindung das Bett / den PC / die Gitarre stehen zu lassen, aus dem Haus zu gehen und etwas in meinen Augen absolut sinnloses zu tun ist unglaublich groß.
Ein Profi in Sachen Alltagsbewältigung bin ich ganz und gar nicht geworden. Das ein oder andere Sixpack musste dran glauben, weil ich nicht genau wusste, wie ich mit dieser ganzen Flut von Inhalten umgehen sollte - und mich dann schnell für: “ganz schnell wieder aus dem Brain löschen” entschieden habe. Aber ein paar positive Mechanismen habe ich mir schon angeeignet: bei all dem immer Zeit für persönliche Beziehungen offen zu halten, meine Beziehung zu Gott, zum Ees und zu meinen Freunden.
Was kurz gekommen ist, ist meine Musik. Vorallem weil sie eben doch für mich mehr als “nur Hobby”, sondern eben auch Arbeit und Verpflichtung bedeutet. Deswegen habe ich mich mehr mit meinem C64 und der damit zusammenhängenden Community beschäftigt. Noch nie zuvor habe ich es so genossen, einfach ein “Hobby” zu haben, was mir wirklich Hobby bedeutet und nicht wieder irgendwelcher Druck damit verbunden ist - Druck, den ich mir in vielen Bereichen leider viel zu häufig selbst mache.
Naja, trotz aller Anstrengung fand ich es ebenfalls schön zu sehen, dass man als Mensch eben doch nicht so beschränkt ist, wie man es sich gerne einreden lässt und auch selber glaubt. Es ist durchaus möglich aus den Strukturen auszubrechen, in die man gedrängt wird. Die eigenen sozialen Rollen sind ausbaufähig und ich versuche sie jetzt mehr als “Grundlage” und nicht mehr als “Begrenzung” anzusehen.
Jetzt kommt also die letzte Strecke. Der letzte offizielle Schultag ist der letzte vor den Osterferien und nach den Ferien mache ich dann die gefürchteten Zentralabiturprüfungen: in Deutsch, Biologie und Mathe. Dann nochmal Latein mündlich. Ich hab recht gut vorgearbeitet, aber letztlich wird es wohl an diesen Prüfungen hängen, ob ich meinen “Traumschnitt” von 1,9 hinbekomme. Es wird sich zeigen, ob da hinter der großen Fresse etwas steckt. Naja, wenn nicht, dann habe ich immerhin noch die große Fresse - und die eignet sich ja jottseidank immer noch hervorragend zum Singen.
Und singen werde ich.
- btw.: 7.2.2009 10 Jahre JF-Bremen und jansalleine und die colt seavers connection feiern mit …
Danke an alle, die mich in irgendeiner Form unterstützt haben. Mir alleine wäre es unmöglich gewesen auch nur bis hierher zu kommen…
Frollein Friede
12. Dezember 2008
Es geht bei mir einfach nicht ohne Windoof.
Das habe ich immer wieder feststellen müssen und auch dieses mal wieder festgestellt. Ich bin einfach zu anspruchsvoll und beherrsche vorallem mein XP einfach viel zu gut. Selbst von angeblichen Performance-Vorteilen konnte ich nix spüren. Die “normale” Prozessorlast [inklusive Browser versteht sich] ist bei Ubuntu schon 10-13%, hier unter XP gerade mal 4-5% - schon ein einfaches “MAKE” bringt den Terminalprozess so sehr in den Vordergrund, dass ich 100% Auslastung habe. Die gleichen Programme [Open Source Programme wie Firefox, Vice wohlgemerkt!] laufen unter Linux einfach schlechter und langsamer als unter XP. Wie gesagt, mein XP ist ohne Ende auf Performance getuned - und vielleicht geht das unter Linux auch irgendwie, aber der Prozeß dahin zu kommen ist mir einfach zu nervig.
Ubuntu diesen ganzen bunten, nervigen Firlefanz abzugewöhnen scheint mir auf jeden Fall auch nicht einfacher zu sein, als dies Win XP abzugewöhnen. Das bekloppte Trommeln beim Systemstart habe ich immer noch nicht wegbekommen. Es scheint im Gegenteil sogar noch viel mehr blöde, bunte Symbole und Spielereien zu geben…
Vor einer Woche habe ich mir mal für meine beiden PCs 22″ TFTs gegönnt und jetzt gibt es für mich wenigstens einen Vorteil: die Desktopverwaltung. Videos gucken über TV kriege ich unter XP nicht mehr hin, weil es unter XP eben nur “Klonen” gibt und sich dann die Auflösungen, bzw. Bildformate [16:10 und 4:3] beißen. Unter Ubuntu kann man das ja schön einzeln konfigurieren.
Selbst simple Windows/DOS Programme laufen unter Wine einfach nicht so easy wie unter XP. Und die brauche ich dringend für Crossdevelopment PC -> C64. Und PC Demos per I-Net Stream anschauen ist einfach auch nicht das Gelbe vom Ei.
Also werde ich wohl auf unbestimmte Zeit jetzt erstmal zweigleisig fahren. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Ich hoffe, dass Linux noch weiter aufholt. Spätestens bis dann, wenn ich einen neuen Rechner brauche und XP nicht mehr an’s Laufen zu bekommen ist mit aktuellen Rechnern, weil Vista oder Windows7 standard ist.
Aber ich bleibe dabei: Windows XP Pro ist in meinen Augen das beste Betriebssystem, das es gibt.
29. November 2008
Heute morgen wurde ich durch das Schellen des Postboten aus den Träumen gerissen. Es kam eine neue Ladung Vinyl, die ich mir endlich nochmal, dank meiner lieben Verwandtschaft, leisten konnte. Meine Überraschung war groß, als ich feststellte, dass das, was ich bei der letzten Ärzte Platte schon lobend erwähnen musste, sich scheinbar bei Subpop nun als Standard etabliert hat:
Jeder LP lag ein Zettel mit einem Downloadcode bei, mit dem man sich aus dem Netz im 192kbits CBR Mp3 Format das ganze Album nochmal saugen konnte. Selbstverfreilich OHNE DRM-Kacke! Wenn Subpop nicht ohnehin schon viele Künstler und Bands unter Vertrag hätte, die ich sehr gut finde, wäre dies bereits ein Grund meinen Musikgeschmack dementsprechend anzupassen

Nachdem ich also heute Nachmittag meine Liebste mit dem Genuß der Sendung als Vinyl auf der Anlage im “Vollepulle”-Modus genervt hatte, kann ich den restlichen Tag/Abend lang die Mp3s vom letzten Band of Horses Album und den brandneuen Alben von Blitzen Trapper und Death Vessel mir vorm Rechner auf Kopfhörern reindröhnen, ohne Plattenverschleiß oder Beziehungsstreß befürchten zu müssen.
Genau das habe ich mir schon lange gewünscht! Danke Subpop! Und an den Rest der bekackten Musikindustrie: ruhig mal ‘n Beispiel daran nehmen, dann klappt’s auch mit dem eingefleischten Musikfan
Ich sei mit Euch!
Frollein Friede
18. November 2008
Nun gut… das Gemüt ist wieder etwas abgekühlt. Hierarchische Strukturen hin oder her - manchmal muss er eben doch wieder herhalten, mein Lieblingsgötze: der Musik!
Ich höre mich gerade blöde an Timesbold. Ich hatte Angst mir das Album Ill seen - Ill sung zu kaufen, denn ich hatte den Vorgänger Eye Eye gekauft und das war eine wahre Erleuchtung und selten sind ja Bands fähig so etwas zu wiederholen.
Und wenn ich dann Mark Olson von der Gitarre seiner Liebsten - bzw. der ersten Begegnung mit seiner späteren Ehefrau - singen höre, dann scheint mir, ganz so sinnlos wird der ganze Musikrotz wohl doch nicht sein.
Der Runterbringer sind dann eben so Sachen wie das Supertalent oder diese nervtötende Szenemusik. Sowas ist einfach zum kotzen… da will ich auf gar keinen Fall hin, auch wenn das bedeutet, mein Leben lang keine Kohle mit dem Scheiß zu verdienen.

Ich sei mit Euch!
Frollein Friede
11. November 2008
Da die Menschheit üblicherweise innerhalb stupider Klischees organisiert ist, glaube ich kaum, dass dies irgendwen von den “üblichen Verdächtigen”, die diesen Blog hier lesen interessiert, aber ich habe mich in den letzten Monaten immer mehr und mehr in der C64 Szene engagiert. Wie ja hier schonmal angeklungen ist, ist der C64 so etwas wie meine erste große Liebe und ich habe mir vorgenommen mich noch mehr in dieser Szene zu investieren. Was mich daran besonders reizt ist, dass dort ein ganz anderes Verhältnis untereinander herrscht wie jetzt zwischen einem Musiker und einem Zuhörer oder so. Der Community Gedanke ist einfach größer - dieser ganze nervige Individualitäts-Scheiß ist nicht ganz so wichtig.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich sogar mit dem Gedanken gespielt habe, das mit der Musik komplett sein zu lassen, weil mir da einfach die Strukturen zu hierarchisch sind. Dieser ganze Kack mit Leuten auf Bühnen und anderen Leuten, die davor stehen und den Leuten auf der Bühne einen Ego-Kick besorgen, das beeindruckt mich irgendwie nicht mehr.
Zumindest ging ich in letzter Zeit immer mit diesem komischen Gefühl von Konzerten nach Hause, dass diese beknackten Strukturen auch vorhanden sind, wenn ich selbst auf der Bühne sitze. Diese Gefühle erfüllen mich zunehmend mit einem ziemlichen Ekel.
Über meine Tätigkeiten innerhalb der C64 Szene informiert von nun an die Seite Brotmusik.de.
5. November 2008
Manchmal scheint es mir, dass der Prozeß des Lernens aus Fehlern beim Menschen lediglich dazu führt, künftig noch größere Fehler begehen zu können. Ich finde, das könnte verhaltensbiologisch betrachtet, ruhig als Missing Link in der Evolutionlehre eingestuft werden.
9. Oktober 2008
Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder sporadisch ne Linux Distribution auf meinen Rechner gepackt, um einfach mal zu schauen, wie weit die Entwicklung so fortgeschritten ist. Anfangs hatte ich stets das Problem, dass ich keine zwei Rechner hatte und für meinen Studiobetrieb auf Windowssoftware angewiesen bin.
Hinzu kam, dass ich beim Hardware Kauf natürlich nicht groß auf Kompatibilität zu Linux geachtet hatte und ich deswegen Drucker, Scanner und ganz früher auch die Soundkarte nie richtig ans Laufen bekommen habe.
Nun ist ja seit einigen Jahren diese Ubuntu Distribution sehr im kommen und nachdem ich bereits mit SuSE, Red-Hat, Fedorra und Knoppix Erfahrungen hatte, habe ich mir gedacht: das nächste mal schauste Dir Ubuntu an.
Letztes Wochenende war es dann so weit. Erstmal gab es ein ganz schönes hin und her. Zunächst habe ich mit der 64-Bit Version rumhantiert, weil ich eben einen AMD64 habe. Weil da aber einige Software [ zum Beispiel der für mich zum Überleben wichtige ZSNES Emulator
] nicht kompatibel ist, habe ich dann doch wieder zur i386 Version gegriffen.
Das Partitionierungstool von Ubuntu kam mir im Vergleich zunächst ungleich komplexer vor, als ich es von anderen Distributionen in Erinnerung hatte. Ich wollte ja erstmal nur eine kleine 30 Gigabyte Partition auf einer meiner Festplatten für das Experiment zur Verfügung stellen. Den automatischen Vorschlag mit kompletter Umpartitionierung fand ich vollkommen inakzeptabel. Vorallem weil ich vorher extra eine Anfangspartition auf einer Platte leergeschaufelt hatte. Da hatte ich erwartet, dass diese automatisch ausgewählt werden würde.
War also nix und ich musste alles “zu Fuß” machen. Ganz schön blöd, weil die Bootloader Installation mehrfach in die Hose ging und ich bei jedem Versuch neu zu installieren die Festplatten immer in unterschiedlicher Reihenfolge auftauchten. Ich hab mir dann so geholfen, dass ich zwei Festplatten abgeklemmt habe und dann erstmal nur mit einer Festplatte installiert habe und die Windows XP Einträge für den Bootloader später manuell vorgenommen habe.
Das hat dann auch prima funktioniert. Dummerweise bin ich erst darauf gekommen, nachdem mir die Ubuntu Installation auf meiner Windows-Platte den Master-Boot Record zerschossen hatte, den ich bislang auch noch nicht wiederherstellen konnte. Naja, ich scheiß erstmal drauf - schließlich bekomme ich ja vom Bootloadermenü noch notfalls mein XP gestartet.
Der nächste Horror war dann die Installation der Grafikkarte. Wenn man 3D Beschleunigung haben will muss man ja eben auf den propertiären NVIDIA Treiber zurückgreifen - zumindest, wenn man wie ich eine NVIDIA Karte hat. Nach der Treiberaktivierung geht aber erstmal nur 640×480 Auflösung. Das Settings Programm ist allerdings so “groß” [also auf dem Bildschirm], dass es bei dieser Auflösung nicht auf einen Desktop passt. Nun ist der Gnome Desktop so nett und verschiebt dann das Fenster bei Mausklick. Blöderweise ist der Mausklick dann “doppelt belegt”, d.h. anstatt einfach mal davon auszugehen, dass man vielleicht auch mal irgendetwas in einem Fenster auswählen will, wird das Fenster ständig hin und hergeschaltet.
Ich neige ja selten zu emotionalen Ausbrüchen, aber dieses Gefrickel hat mich schier zur Weißglut gebracht. Die Sunny, die kaum fernsehgucken konnte, weil ich so laut schimpfte, kann bezeugen, dass ich kurz davor war vollkommen Amok zu laufen.
Okay. Bis zu diesem Punkt fragt sich wohl manch Einer, wie ich dann zu diesem Posttitel komme…
AAABER:
Was dann kam, ist eine einzige Erfolgsgeschichte:
- Videoglotzen aufm Fernseher funzt einwandfrei
- Laserdrucker und Scanner laufen
- Gamepad wurde erkannt und läuft
- ZSNES, SCUMMVM, VICE Emulator alles top
- meine NTFS Laufwerke kann ich ohne weiteres erstmal so nutzen
und viele, viele Kleinigkeiten: Rythmbox hat z.B. direkt ein Lastfm Plugin integriert.
Ich hab mir jetzt mal vorgenommen so lange meine Windows Installation nicht zu nutzen, bis es nicht unbedingt, zwingend nötig wird. Ist teilweise blöd, weil meine Passwörter ja gespeichert sind [ musste mir schon mein Wordpress Passwort per Email zuschicken lassen um das hier zu schreiben
].
Wenn ich das über einen Monat durchhalte und dann nichts weltbewegendes fehlt, dann werde ich wohl dauerhaft Linux User bleiben und nach und nach meine Daten von den Festplatten sichern, auf ext3 formatieren und neu überspielen.
Ich sei mit Euch!
Frollein Friede
EDIT: Die jansalleine Seite habe ich nun auch endlich mal gefixt. Die lief ja in manchen Browsern nicht und ich dachte immer, das wäre ein IE Problem. Als sie hier im Firefox 3 auch nicht lief, habe ich mir die nochmal angesehen und festgestellt, dass eine Raute [#] fehlte — jetzt sollte die Imagemap überall laufen.
20. September 2008
Ich verehre Euch!!! Seit mehr als zwei Jahren koste ich nun die Niedrigkeiten eines gewöhnlichen Lebens. Naja, nicht ganz sooo gewöhnlich — weil wegen Abendschule ist ja auch nicht gerade die Regel. Aber immerhin gehe ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas extrem regelmäßigem nach.
Aber wie mein “Leere”-Post ja schon vermuten lässt, muss ich einfach nur sagen, dass ich mittlerweile diejenigen für unglaublich starke Menschen halte, die in solchen alltäglichen Verhältnissen nicht komplett untergehen.
Also mich ekelt bereits die Leerung des eigenen Briefkastens mittlerweile so sehr an, dass ich denke, wenn ich tatsächlich bis zum Abitur kommen sollte, habe ich mir redlich die Rente verdient
12. September 2008
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