Jau Danke Manfred. Donnerstag war ein harter Tag für mich. Auf der Arbeit sind Dinge vorgefallen, die mich etwas aus der Bahn geworfen haben. Ich merke, dass ich oft vor unlösbaren moralischen Problemen stehe. Auf der einen Seite möchte ich nicht richten, weder über andere Menschen noch über mich selbst. Auf der anderen Seite müssen aber Entscheidungen im Leben getroffen werden, Entscheidungen, die man vor Gott und vor sich selbst verantworten muss und an dieser Stelle komme ich oft in die Bredouille.
Das Erarbeiten seiner Stellung innerhalb einer Gesellschaft findet durch Ab- und Eingrenzung statt. Das ist allerdings gar nicht so immer so leicht. Da gibt es Biertrinker, die sind liebevolle Familienväter und wiederum andere Biertrinker, die ihre Frauen schlagen. Natürlich hängt das von Inneren Faktoren ab. Wenn ich allerdings auf “Nummer sicher” gehen will kann ich mich in diesem Falle einfach dafür entscheiden gar nicht zu trinken - ich habe die Freiheit mich ganz aus der Gefahr zu ziehen.
Beim Geld ist es auf der einen Seite ähnlich: auch wenn Geld angeblich den Charakter verdirbt, so gibt es einige, bei denen dieses nicht der Fall ist, aber natürlich auch jede Menge Leute, bei denen das genau zutrifft. Nun kann man dem Geld allerdings nicht so leicht aus dem Weg gehen.
Deswegen sehe ich mich genau an dieser Stelle oft einer Übermacht gegenüber stehen, die ich nicht besiegen kann. Und um so mehr ich mit Menschen konfrontiert werde, die für Geld über Leichen gehen, desto mehr wächst auch das Misstrauen mir selbst gegenüber, wo werden zu können. Der Mensch identifiziert sich eben mit den Menschen.
Es ist wichtig sich mit “guten Menschen” zu umgeben, um sich nicht immer ausgrenzen zu müssen, sondern auch einmal dazugehören zu können. Eben das ist momentan schwierig in meinem Leben. Es ist viel los und ich leide an extremen Zeitmangel. Hinzu kommt, dass ich derzeit das Gefühl habe, dass meine Gemeinde mir vollkommen Fremd wird. In den letzten Jahren sind gerade die Leute ausgetreten oder weggezogen, die mir besonders am Herzen lagen.
Neustart und Umstrukturierung bedeutet ja auch alte Fehler nicht mehr zu wiederholen. An manchen Stellen ist es allerdings gar nicht zu leicht, zu erkennen, was nun ein Fehler oder was nun genau richtig war. Derzeit kommt das Buch der Sprüche mit der Morgenlosung und da hat man dann schon jeden Tag dran zu knapsen, an welcher Stelle man nun der Weisheit und an welchen Stellen in seinem Leben man der Torheit folgt / gefolgt ist / [folgen will?].
Nun gut. Im übrigen hatte das Ees eine sehr gute, entwaffnende Antwort auf meinen Ärger vom Donnerstag parat:
“Ich mache Dich glücklich. Und mich kannst Du nicht kaufen. Da liegt Dein Denkfehler!”
Ich schätze, da hat sie recht…
Ihr merkt schon… Der Sonnenscheinblog ist eine Zielsetzung kein Ankommen.
Graf-0
So. Jetzt steht es fest. Nächsten Freitag wird es schriftlich. Ich ziehe vom Wasserhärtegrad 1 in den Wasserhärtegrad 2 - vom 1. OG in den siebten Stock - von zwei übergewichtigen Hartz 4 Empfängern über mir zum Sternenhimmel über mir… Herrlich. JANSOBEN sozusagen. Neben mir nur ein kaum genutzter Speicher.
Dinosaur Jr. haben eine neue Platte rausgebracht -… in Ur-Besetzung - Barlow und Mascis wieder vereint. Die Reunion ist ja schon eine Weile her… jetzt endlich das Album. Und bei mir zu Hause seit ein paar Tagen als Limited 12″/7″ Vinyl Album… die 7″ noch dabei, weil nicht alles auf eine 12″ gepasst hätte, sich ein Doppelvinyl aber wohl nicht “gelohnt” hätte… Und wenigstens wird man bei Dinosaur als Oldschool Fan dahingehend unterstützt, dass die Vinyl Version einen Bonustrack hat, den die CD Version NICHT hat. SO muss das sein und NICHT andersherum!!!
Hier das erste Video:
Da wird ein Fenster sein, direkt über meiner Badewanne, durch welches ich in den Himmel schauen werde… Ich werde in Rekordzeiten bei Telefonaten meine ganze Wohnung durchquert haben… An Sommertagen bei offenem Fenster werde ich mich fragen, ob der Lärm der Strasse unten weniger schwer wiegt, als die Parties im Garten mit Schlager hörenden besoffenen Hartz 4 Empfängern… und ich weiss jetzt schon, dass die Antwort auf diese Frage “JA” lauten wird.
Ich habe mir überlegt, ob ich mir nur wegen des Dinosaur Jr. Albums einen Mp3-Player kaufen soll. Aber ich verabscheue diese moderne Technik. Außerdem kriege ich das kotzen, wenn ich all die Menschen auf der Straße und in Zügen sehe, die ihre Knöpfe in den Ohren tragen — das Haupt gesenkt — Augen und Ohren verschließend vor der ekelhaften, kalten, nackten und doch von Gottes Wundern durchzogenen Wirklichkeit. Nein. Es wird bleiben wie es ist. “Alles was ich will ist: Nichts mit Euch zu tun haben!”
… if you say: we’re not alone … Das kann mein Gehirn auch aus der Erinnerung abspielen. Das klingt manchesmal in meiner Phantasie noch farbiger, noch ergreifender, noch bewegender, als J.Mascis es jemals hätte singen, geschweige denn auf Band festhalten könnne.
Scheisse, nun geht schon und kauft Euch dieses Album!!! - und für jeden der davon enttäuscht sein wird, nenne ich Euch ZWEI, die sich darüber freuen würden, es zu besitzen!!!
Meine Arbeit fuckt mich tierisch ab. Ich diskutiere derzeit heftig - meist innerlich - manchmal auch äußerlich - z.B. letztens mit Sunny über Idealismus versus Kapitalismus und ob mein gesetztes Versus da überhaupt Platz darin hat. Meine Musik, insbesondere meinen Lobpreis strickt von meinem Götzendienst am Mammon zu trennen - das war mir immer so wichtig. Ich sehe sie mir an; die Prediger, die Musiker, die Ihren Kühlschrank mit Jesus-Ausverkauf füllen. Ist das wirklich okay? Wem dienen sie eigentlich?
Ich sehe all die Leute, denen das alles vollkommen scheißegal ist… die den Kapitalismus - das ganze verschissene System mit dem Geld mit der Muttermilch aufgesaugt zu haben scheinen. Es tut mir weh - es schmerzt in meinen Knochen. Geld als legitimer Mittler zwischen Gott und dem Menschen, den Gott “angeblich” versorgt.
Werde ich das je können? Soll ich das je können? Und falls ich das je können werde, ist das dann Fortschritt oder Rückschritt?
Auf der anderen Seite: Wie lange kann ich dieses Spiel noch spielen bis ich auch mit meinem Weg kaputt und ausgebrannt sein werde? Wie lange kann ich noch halbherzig arbeiten gehen, nur um meinen verhassten Götzendienst am Mammon zu tun, in der ständigen Hoffnung - dafür nebenher mit vollem Herzen Gott und damit auch all meinen Idealen zu dienen? Ist nicht auch bei halbherzigem Götzendienst das halbe Herz halt schon verloren? Und ist nicht eben dann auch der ganze Mensch verloren, weil der Deal schlichtweg “mit GANZEM Herz und GANZEM Verstand” lautet?
Dann kriege ich alle zeitlang Emails von einem Herrn Martin D. aus K., die mich ermutigen, die mich erfreuen - und natürlich auch Feedback von anderen. Und dann schlage ich die Bibel auf. Die tägliche Losung die Texte dazu. Und dort immer wieder der Aufruf zur Distanz zur Welt, die Mahnung nur einem Gott dienen zu können. Extrem antikapitalistisch und extrem Gegensätzlich zu der Lebenswirklichkeit mit der sich die meisten Christen schon abgefunden haben zu scheinen. Gott und die Bibel fein säuberlich herum gebaut um ein menschliche Konzepte vom freien Markt, vom sinnlosen Austausch von wertlosen Papierschnipseln mit bunten Bildchen und Zahlen drauf, Langzeitanlagen, Renten- und Sozialversicherung.
Seit wasweißich wievielen Jahren frage ich Gott nach einer Antwort auf diese meine Fragen, auf diese meine Probleme… und scheiße, entweder er antwortet nicht oder ich verstehe ihn nicht oder vielleicht will ich ihn auch nicht verstehen.
Extrem formuliert: Ich hasse dieses System mit ganzem Herzen und ganzem Verstand!
Gäbe es doch irgendeine Möglichkeit das “Richtige” zu tun… Gäbe es doch überhaupt irgendeine Möglichkeit zu Handeln. Aber Nein, es gibt nur “ignorieren” oder “schön reden”, nur die Lüge oder die Verdrängung. Ich habe mich konsequent für Ignorieren und Verdrängung entschieden, da mir die Lüge doch etwas zu hart erscheint. Aber ich bin mir einfach nicht sicher, ob mein Weg einfach mehr Biere, Zigaretten und Kaffees kostet, als gut für mich ist… Zumal die traurige Wahrheit ist, das “mein Weg” der klägliche Rest der Wege ist, die ich NICHT gehen kann.
Ich habe einen Artikel in der GEO gelesen über “Willensfreiheit” und ich dachte mir: so viel Heuchlerei auf einen Haufen. Ekelhaft. Auf der anderen Seite: vermutlich bin ich dann der Heuchler. Denn es fühlt sich nicht so an, als hätte Gott auch nur irgendeine Macht über mich oder mein Leben. Machthaber scheint stets das Geld, scheint stets der Mammon zu sein … Gott scheint zu verkommen zu einer guten Ausrede… eine idealisierte Illusion von Freiheit in einer vom Geld versklavten Welt.
Egal. Weg vom Tagebuch der Apokalypse … hin zu Graf Zeros Sonnenscheinblog. Weiter Verdrängen, weiter einreden alles wäre gut. Schlucken, schlucken, schlucken. Die ganze Scheiße runterschlucken und dabei am besten noch so Jesus-mäßig tun. Cooles, heiliges Gehabe, wenn man seinen Kontostand betrachtet; sich geil dabei fühlen, wenn man sich mal wieder hat bescheißen lassen, denn Gerechtigkeit gibts schließlich erst nach dem jüngsten Gericht… Einfach so tun, als wäre ein bisschen hin und her schunkeln, gruppendynamisch erzeugtes “Heilig Geist” Feeling und Geplapper in Lauten und Worten die niemand versteht, das was einen am Leben hält. Einfach verdrängen, dass es in dieser fucking kapitalistischen Welt doch nur der nächste Gehaltscheck, die nächste Spende, das nächste Almosen ist, was unsere Mägen füllt, damit wir überhaupt “funktionieren” können - ja Funktionieren und das auf niedriegster Stufe.
Wie überlebt man wohl als Christ in dieser Hölle? In meinem Falle ist es: sich auf den Umzug freuen, auf die neue Wohnung freuen, auf die neue Dinosaur Jr. Platte freuen. Alle Dinge eben, die man kaufen kann. Wiedersinnig.
Wenn also Geld nicht glücklich macht, so gibt es keine Möglichkeit auf diesem Planeten glücklich zu werden, denn Geld regiert die Welt.
So derle. Der Monat Mai ist angebrochen. 24 Tage noch. Dann ist Doomsday. Raus aus der alten Wohnung, egal ob bis dahin eine neue am Start ist. Der Notfallplan steht schon, allerdings sieht es seit circa 39 Minuten so aus, als Stünde einer neuen Heimat in einer kuscheligen Dachgeschosswohnung in Wuppertal nicht mehr viel im Wege.
Ich hatte bislang einen wirklich netten Telefon- und Mailkontakt mit der Vermieterin. Jetzt ist nur noch entscheidend, ob ich meinen ganzen Kram gut in der Hütte verstaut bekomme. Mittwoch ist nun Besichtigung, der Zettel mit meinen Möbelmaßen schon bereit gelegt… Drückt mir die Daumen und lieber noch die restlichen Finger dazu.
Direkt eine Nummer, die ich vermutlich nicht mehr brauche an eine liebe Arbeitskollegin weitergegeben, die sich gerade in einer ähnlichen Lage befindet. Wohnung bis Ende Mai gekündigt und noch nix neues. Scheint gerade so ein Trend zu sein.
Es regnet endlich mal wieder in der Regenstadt. Das von der Sonne gequälte, verbrannte Hirn zeigt sich wieder Denkleistungsfähig. Und das ist auch gut so. Denn Morgen steht ein Lateinvokabeltest bevor, für den ich genau morgen anfangen werde zu lernen. Danach wird dann gefeiert. Zwei Jahre Sonja + Jan = Big Love - da lass ich mich nich lumpen und da wird dann auch mal ordentlich Essen gegangen in ein Etablissement wo es Porzellan statt Pappteller und Speisekarten statt Leuchttafeln gibt.
Schöne Frau - mein Herz ist vergeben…
und noch mehr Herzvergabe dann demnächst vermutlich beim Lauthalsmitgröhlen von diesem hier: