9. Oktober 2008

Gute Chancen für Linux

Abgelegt unter: Allgemein, Watte, Allerliebst — x @ 20:37

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder sporadisch ne Linux Distribution auf meinen Rechner gepackt, um einfach mal zu schauen, wie weit die Entwicklung so fortgeschritten ist. Anfangs hatte ich stets das Problem, dass ich keine zwei Rechner hatte und für meinen Studiobetrieb auf Windowssoftware angewiesen bin.

Hinzu kam, dass ich beim Hardware Kauf natürlich nicht groß auf Kompatibilität zu Linux geachtet hatte und ich deswegen Drucker, Scanner und ganz früher auch die Soundkarte nie richtig ans Laufen bekommen habe.

Nun ist ja seit einigen Jahren diese Ubuntu Distribution sehr im kommen und nachdem ich bereits mit SuSE, Red-Hat, Fedorra und Knoppix Erfahrungen hatte, habe ich mir gedacht: das nächste mal schauste Dir Ubuntu an.

Letztes Wochenende war es dann so weit. Erstmal gab es ein ganz schönes hin und her. Zunächst habe ich mit der 64-Bit Version rumhantiert, weil ich eben einen AMD64 habe. Weil da aber einige Software [ zum Beispiel der für mich zum Überleben wichtige ZSNES Emulator ;) ] nicht kompatibel ist, habe ich dann doch wieder zur i386 Version gegriffen.

Das Partitionierungstool von Ubuntu kam mir im Vergleich zunächst ungleich komplexer vor, als ich es von anderen Distributionen in Erinnerung hatte. Ich wollte ja erstmal nur eine kleine 30 Gigabyte Partition auf einer meiner Festplatten für das Experiment zur Verfügung stellen. Den automatischen Vorschlag mit kompletter Umpartitionierung fand ich vollkommen inakzeptabel. Vorallem weil ich vorher extra eine Anfangspartition auf einer Platte leergeschaufelt hatte. Da hatte ich erwartet, dass diese automatisch ausgewählt werden würde.

War also nix und ich musste alles “zu Fuß” machen. Ganz schön blöd, weil die Bootloader Installation mehrfach in die Hose ging und ich bei jedem Versuch neu zu installieren die Festplatten immer in unterschiedlicher Reihenfolge auftauchten. Ich hab mir dann so geholfen, dass ich zwei Festplatten abgeklemmt habe und dann erstmal nur mit einer Festplatte installiert habe und die Windows XP Einträge für den Bootloader später manuell vorgenommen habe.

Das hat dann auch prima funktioniert. Dummerweise bin ich erst darauf gekommen, nachdem mir die Ubuntu Installation auf meiner Windows-Platte den Master-Boot Record zerschossen hatte, den ich bislang auch noch nicht wiederherstellen konnte. Naja, ich scheiß erstmal drauf - schließlich bekomme ich ja vom Bootloadermenü noch notfalls mein XP gestartet.

Der nächste Horror war dann die Installation der Grafikkarte. Wenn man 3D Beschleunigung haben will muss man ja eben auf den propertiären NVIDIA Treiber zurückgreifen - zumindest, wenn man wie ich eine NVIDIA Karte hat. Nach der Treiberaktivierung geht aber erstmal nur 640×480 Auflösung. Das Settings Programm ist allerdings so “groß” [also auf dem Bildschirm], dass es bei dieser Auflösung nicht auf einen Desktop passt. Nun ist der Gnome Desktop so nett und verschiebt dann das Fenster bei Mausklick. Blöderweise ist der Mausklick dann “doppelt belegt”, d.h. anstatt einfach mal davon auszugehen, dass man vielleicht auch mal irgendetwas in einem Fenster auswählen will, wird das Fenster ständig hin und hergeschaltet.

Ich neige ja selten zu emotionalen Ausbrüchen, aber dieses Gefrickel hat mich schier zur Weißglut gebracht. Die Sunny, die kaum fernsehgucken konnte, weil ich so laut schimpfte, kann bezeugen, dass ich kurz davor war vollkommen Amok zu laufen. ;)

Okay. Bis zu diesem Punkt fragt sich wohl manch Einer, wie ich dann zu diesem Posttitel komme…
AAABER:
Was dann kam, ist eine einzige Erfolgsgeschichte:
- Videoglotzen aufm Fernseher funzt einwandfrei
- Laserdrucker und Scanner laufen
- Gamepad wurde erkannt und läuft
- ZSNES, SCUMMVM, VICE Emulator alles top
- meine NTFS Laufwerke kann ich ohne weiteres erstmal so nutzen

und viele, viele Kleinigkeiten: Rythmbox hat z.B. direkt ein Lastfm Plugin integriert.

Ich hab mir jetzt mal vorgenommen so lange meine Windows Installation nicht zu nutzen, bis es nicht unbedingt, zwingend nötig wird. Ist teilweise blöd, weil meine Passwörter ja gespeichert sind [ musste mir schon mein Wordpress Passwort per Email zuschicken lassen um das hier zu schreiben ;) ].

Wenn ich das über einen Monat durchhalte und dann nichts weltbewegendes fehlt, dann werde ich wohl dauerhaft Linux User bleiben und nach und nach meine Daten von den Festplatten sichern, auf ext3 formatieren und neu überspielen.

Ich sei mit Euch!
Frollein Friede

EDIT: Die jansalleine Seite habe ich nun auch endlich mal gefixt. Die lief ja in manchen Browsern nicht und ich dachte immer, das wäre ein IE Problem. Als sie hier im Firefox 3 auch nicht lief, habe ich mir die nochmal angesehen und festgestellt, dass eine Raute [#] fehlte — jetzt sollte die Imagemap überall laufen.