29. November 2008
Heute morgen wurde ich durch das Schellen des Postboten aus den Träumen gerissen. Es kam eine neue Ladung Vinyl, die ich mir endlich nochmal, dank meiner lieben Verwandtschaft, leisten konnte. Meine Überraschung war groß, als ich feststellte, dass das, was ich bei der letzten Ärzte Platte schon lobend erwähnen musste, sich scheinbar bei Subpop nun als Standard etabliert hat:
Jeder LP lag ein Zettel mit einem Downloadcode bei, mit dem man sich aus dem Netz im 192kbits CBR Mp3 Format das ganze Album nochmal saugen konnte. Selbstverfreilich OHNE DRM-Kacke! Wenn Subpop nicht ohnehin schon viele Künstler und Bands unter Vertrag hätte, die ich sehr gut finde, wäre dies bereits ein Grund meinen Musikgeschmack dementsprechend anzupassen

Nachdem ich also heute Nachmittag meine Liebste mit dem Genuß der Sendung als Vinyl auf der Anlage im “Vollepulle”-Modus genervt hatte, kann ich den restlichen Tag/Abend lang die Mp3s vom letzten Band of Horses Album und den brandneuen Alben von Blitzen Trapper und Death Vessel mir vorm Rechner auf Kopfhörern reindröhnen, ohne Plattenverschleiß oder Beziehungsstreß befürchten zu müssen.
Genau das habe ich mir schon lange gewünscht! Danke Subpop! Und an den Rest der bekackten Musikindustrie: ruhig mal ‘n Beispiel daran nehmen, dann klappt’s auch mit dem eingefleischten Musikfan
Ich sei mit Euch!
Frollein Friede
18. November 2008
Nun gut… das Gemüt ist wieder etwas abgekühlt. Hierarchische Strukturen hin oder her - manchmal muss er eben doch wieder herhalten, mein Lieblingsgötze: der Musik!
Ich höre mich gerade blöde an Timesbold. Ich hatte Angst mir das Album Ill seen - Ill sung zu kaufen, denn ich hatte den Vorgänger Eye Eye gekauft und das war eine wahre Erleuchtung und selten sind ja Bands fähig so etwas zu wiederholen.
Und wenn ich dann Mark Olson von der Gitarre seiner Liebsten - bzw. der ersten Begegnung mit seiner späteren Ehefrau - singen höre, dann scheint mir, ganz so sinnlos wird der ganze Musikrotz wohl doch nicht sein.
Der Runterbringer sind dann eben so Sachen wie das Supertalent oder diese nervtötende Szenemusik. Sowas ist einfach zum kotzen… da will ich auf gar keinen Fall hin, auch wenn das bedeutet, mein Leben lang keine Kohle mit dem Scheiß zu verdienen.

Ich sei mit Euch!
Frollein Friede
11. November 2008
Da die Menschheit üblicherweise innerhalb stupider Klischees organisiert ist, glaube ich kaum, dass dies irgendwen von den “üblichen Verdächtigen”, die diesen Blog hier lesen interessiert, aber ich habe mich in den letzten Monaten immer mehr und mehr in der C64 Szene engagiert. Wie ja hier schonmal angeklungen ist, ist der C64 so etwas wie meine erste große Liebe und ich habe mir vorgenommen mich noch mehr in dieser Szene zu investieren. Was mich daran besonders reizt ist, dass dort ein ganz anderes Verhältnis untereinander herrscht wie jetzt zwischen einem Musiker und einem Zuhörer oder so. Der Community Gedanke ist einfach größer - dieser ganze nervige Individualitäts-Scheiß ist nicht ganz so wichtig.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich sogar mit dem Gedanken gespielt habe, das mit der Musik komplett sein zu lassen, weil mir da einfach die Strukturen zu hierarchisch sind. Dieser ganze Kack mit Leuten auf Bühnen und anderen Leuten, die davor stehen und den Leuten auf der Bühne einen Ego-Kick besorgen, das beeindruckt mich irgendwie nicht mehr.
Zumindest ging ich in letzter Zeit immer mit diesem komischen Gefühl von Konzerten nach Hause, dass diese beknackten Strukturen auch vorhanden sind, wenn ich selbst auf der Bühne sitze. Diese Gefühle erfüllen mich zunehmend mit einem ziemlichen Ekel.
Über meine Tätigkeiten innerhalb der C64 Szene informiert von nun an die Seite Brotmusik.de.
5. November 2008
Manchmal scheint es mir, dass der Prozeß des Lernens aus Fehlern beim Menschen lediglich dazu führt, künftig noch größere Fehler begehen zu können. Ich finde, das könnte verhaltensbiologisch betrachtet, ruhig als Missing Link in der Evolutionlehre eingestuft werden.